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Kettensatz selber wechseln – so geht’s

Motorrad Kettensatz wechseln

Wer gerne Motorrad fährt und seine eigene Maschine besitzt, der weiß es natürlich: Ab und an muss auch der Kettensatz gewechselt werden. Zwar kann eine regelmäßige Pflege dafür sorgen, dass der Kettenwechsel hinausgezögert wird, unumgänglich ist dieser allerdings nicht. Doch wie erkennt man den richtigen Zeitpunkt und wie sieht so ein Wechsel eigentlich aus?

Wann muss der Kettensatz gewechselt werden?

Das eindeutigste Zeichen für die Notwendigkeit des Kettensatzwechsels ist der Verschleiß der Kettenradzähne. Diese werden nach längerem Gebrauch spitz und dann müssen sie erneuert werden. Ein häufiges Indiz ist der Spielraum der Kette. Wenn sich diese um mehr als eine halbe Zahnhöhe heben lässt, dann sollte ebenfalls ein Wechsel vollzogen werden. Auch der Kettenspanner kann auf einen Wechsel hinweisen, wenn er sich am Ende der Skala befindet. Kette und Kettenräder sollten gleichzeitig gewechselt werden, da der Verschleiß in der Regel beide Bauteile in gleichem Maße betrifft. Beim Kettensatz wechseln sollte man auf neue Bauteile setzen, weil das Zusammenspiel zwischen gebrauchten und neuen Teilen oftmals nicht optimal funktioniert.

Auf das Werkzeug kommt es an

Beim Kettensatz wechseln spielt das Werkzeug eine wichtige Rolle. So benötigt man für die Kettenspannschrauben einen Gabelschlüssel. Einen Drehmomentschlüssel mit einer Leistung von mindesten 120 Nm, verschiedene Innensechskantschlüssel, eine Nuss für die Ritzelmutter, die selbstsichernden Bundmuttern und die Hinterachsmutter, Verniet- und Kettentrennwerkzeug, Hammer und Meißel, Reinigungsmittel und Fette, viele Lappen und nach Möglichkeit einen Schlagschrauber. Zudem ist ein hohes Maß an Genauigkeit wichtig, da gerade die Vernietung der neuen Ketten handwerkliches Geschick erfordert. Wer sich einen Wechsel nicht selber zutraut, der sollte sich an unsere Motorradwerkstatt wenden und keinerlei Risiko eingehen.

Der Austausch beginnt

Zunächst Ritzelabdeckung, Regler, Geschwindigkeitssensor und den kurzen Schalthebel abnehmen. Der Kolben sollte bei abgeschraubtem Kupplungsnehmerzylinder mit einer Klammer gesichert werden. Jetzt kann die innere Ritzelabdeckung abgenommen werden. Im Anschluss die Kupplungsdruckstange ausziehen und nach dem Lösen der Schrauben den Deckel abnehmen. Mit dem entsprechenden Werkzeug kann jetzt die Ritzelmutter geöffnet werden. Hier darf kein Gabelschlüssel angewendet werden, weil man abrutschen könnte. Das Hinterrad muss jetzt mit der Bremse blockiert werden und es darf kein Gang eingelegt sein. Mit einem Hammerstiel kann gegebenenfalls die Bremskraft verstärkt werden.

Die Mutter kann mit einem Schlagschrauber geöffnet werden. Die Befestigungsmuttern des Kettenrades am Hinterrad lösen und öffnen. Hierfür reichen zwei Umdrehungen. Jetzt muss das Nietglied gesucht, der Kettentrenner angesetzt und die Gewindebuchse festgezogen werden. Dann den Durchschlag vorsichtig einschieben und den Kettentrenner festhalten. Mit einem Hammer den Bolzen entnieten. Jetzt kann man die Kette abheben und das Kettenritzel abziehen. Nun lässt sich die Getriebewelle sauber machen. Nach dem Einfetten das neue Ritzel aufschieben. Die Aufschrift muss von außen lesbar sein. Jetzt die Scheibe aufstecken und die geölte Mutter aufdrehen. Anschließend muss das Hinterrad ausgebaut werden. Dann die Kettenradmuttern öffnen und das verschlissene Kettenrad abnehmen.

Im Anschluss die Anlageflächen ordentlich einfetten und das Kettenrad aufstecken. Auch hier gehört die Aufschrift nach außen. Die Muttern anziehen und die Einstellschrauben für die Kettenspannung weitläufig in die Schwinge drehen. Jetzt kann das Rad eingebaut und die Achse nach vorne geschoben werden. Die neue Kette auf die entsprechenden Kettenräder auflegen und das Nietglied gut einfetten. Die X- oder O-Ringe auf den Bolzen schieben und eine Verbindung zwischen Kettenende und Nietglied herstellen. Die Kette muss einen perfekten Sitz haben. Jetzt die Kettenlasche aufschieben und mit dem entsprechende Werkzeug leicht aufpressen. Auf beiden Seiten der Ketten Abstandslehren einstecken und die Kettenlasche aufpressen. Danach kann der Verniet-Gewindebolzen in das Kettenwerkzeug montiert werden. Mit Hilfe der Gewindebuchse kann die Kettenlasche auf beiden Bolzen gleichmäßig aufgepresst werden. Sie muss auf den Abstandslehren anstehen. Jegliche Überstände vernieten und die Vernietung kontrollieren.

Das Hinterrad muss nun mit der Bremse blockiert und die Ritzelmutter festgezogen werden. Auch hier kann im Bedarfsfall der Hammerstiel zum Einsatz kommen, sofern die Bremskraft nicht ausreicht. Jetzt beginnen die letzten Schritte. Hierfür an der hinteren Befestigung der Kettenblätter die Bundmuttern festziehen. Auch die Hinterachsmuttern festziehen und den Kettendurchhang richtig einstellen. Jetzt können die abgebauten Teile wieder befestigt werden. Nochmal alles einfetten und der Kettensatz ist gewechselt.

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2017-09-06T14:45:41+00:00